• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Reiseblog 2016 - Namibia

Mittwoch, 20. Januar - Tag der Abreise

Franfurt - Windhoek mit Air Namibia


Heute ist endlich der Tag der Abreise. Seit Stunden ist die 13.köpfige Gruppe aus allen Himmelsrichtungen unterwegs zum Frankfurter Flughafen.

Nach einer gefühlt endlosen Wanderung traf sich die Reisegruppe bei Mc Donalds in Terminal 2 und warteten darauf, dass wir einchecken und endlich die Koffer loswerden können. Kurz vor 17 Uhr war es dann soweit. Sehr pünktlich begann das Boarding. Da die Maschine nicht voll besetzt war, konnten wir uns ausbreiten, so dass wir teilweise zwei bis vier Sitze für jeden alleine hatten und pünktlich hoben wir ab in Richtung Windhoek.



Donnerstag, 21. Januar 2016 - Ankunft in Windhoek


Morgens um 5 Uhr afrikanischer Zeit weckte uns die Stewardess zum Frühstück. Gleich im Anschluss daran erhielten wir die bekannten Formulare für die Einreise. Am Flughafen wurden wir schon vom Fahrer der Firma Asco erwartet. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir erfreut die ersten Tiere, auch wenn es sich nur um eine Pavianherde und eine einzelne Antilope handelte. Wie immer wurde man bei ASCO darauf hingewiesen wie man das Auto nicht zurückbringen sollte.



Als der Papierkrieg erledigt war, führte unser Weg zum Supermarkt, um uns für die nächsten Tage mit dem Nötigsten einzudecken. Bewaffnet mit Einkaufszetteln ging es in den Supermarkt. Wir rannten sämtliche Gänge auf und ab, bis wir alles beisammen hatten, aber es gelang uns trotzdem nicht, Alufolie aufzutreiben. Nachdem alles in den Autos verstaut war, ging die Fahrt los.

Leider begann es kurz darauf zu regnen. Dies macht zwar das Fahren nicht angenehmer, aber die Landschaft leuchtet in sattem Grün. Es bescherte uns auch die ersten Springböckchen, die das frische Gras genossen. Bald darauf war es schon vorbei und wir hatten nicht mehr lange bis zu unserer ersten Lodge - dem Lake Oanob Resort. und genossen den ersten Sonnenuntergang.

Freitag, 22. Januar 2016 - Auf der Piste nach Mata Mata

Heute haben wir noch viel Zeit, da es hier erst um 8 Uhr Frühstück gibt. Wie so oft hier in Afrika dauerte es länger, bis jeder seine Spiegel- oder Rühreier hatte, so wurde es 9 Uhr bis wir weg kamen. Anschließend war kurze Routenbesprechung, da es ab jetzt über Pistenstraßen geht. Hier ist nur Tempo 80 erlaubt. Sollte jemand anhalten, gibt er kurz Bescheid und die anderen fahren weiter bis zum nächsten Treffpunkt. Wir wollen doch keinen unterwegs verlieren! Die Strecke wurde nun sehr holprig und staubig, unterbrochen von Wasserlöchern, die durchquert werden mussten. So wurden die Autos wenigstens von unten zwischendurch mal gewaschen. Je nach Tiefe und Tempo spritzte es sogar bis zu den Fenstern hoch. Das machte richtig Spaß. Irgendwann kamen dann die ersten richtigen Dünen aus rotem Sand in Sicht.



Die Landschaft wurde immer karger, doch sogar da standen zwischendrin Bäume mit frischem grünem Laub. Was doch so ein gelegentlicher Regen ausmacht. In einigen Bäumen hingen riesige Nester der Siedelweber, in denen ganze Kolonien der kleinen Vögel hausten. Es gibt also auch hier sozialen Wohnungsbau.



Als wir trotz aller Schönheit der Natur die Grenze von Namibia nach Südafrika erreichten, musste zur Eile gedrängt werden, da wir etwas zu spät dran waren und der Posten eigentlich um 16.30 schließt. Angekommen im Mata Mata Tended-Camp, luden wir schnell alles aus und machten uns sofort auf in den Kgalagadi Transfrontier Park. Wir hatten riesiges Glück und entdeckten während dieser Fahrt viele Springböcke, Gnus, eine Wildkatze, eine Giraffe und einen Schwarzrückenschakal. Das absolute Highlight war aber eine Leopard, der oben in einer Astgabel ruhte, dann sogar herunterstieg, um an seiner Beute weiter zu fressen. Das war ja fast ein Sechser im Lotto! Es ist kaum zu glauben, aber auf dem Rückweg liefen uns noch drei Löwinnen vor die Linse.



Nach diesem tollen Erlebnis schon gleich am ersten Tag, machten wir uns schleunigst zurück, da wir um 19.00 Uhr wieder zurück sein mussten. Der Abend wurde gemütlich mit Grillsteaks und Windhoek Lager im Camp beendet. Kurz besprachen wir den morgigen Tagesablauf, dann begaben wir uns müde in unsere Zelte.

Samstag, 23. Januar 2016 - Auf Foto-Pirschfahrt durch den Kgalagadi-Transfrontier-Nationalpark

Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker und es war vorbei mit der Nachtruhe. Wir wollten kurz frühstücken und um 5.30 Uhr in den Park starten. ünktlich trafen wir uns am Eingang um die „Permits“ abzuholen. Es war noch dunkel und wir sahen anfangs nicht viel. Ein paar Autos überholten uns und wir wunderten uns noch, warum die es so eilig hatten. Bald darauf erfuhren wir den Grund. Gleich neben der Straße lagen ganz entspannt drei junge Löwenmännchen. So ein Volltreffer gleich zu Beginn der Tour!





Wir konnten uns fast nicht trennen. Aber es warteten ja noch so viele andere Tiere: Springböcke, Oryxe, Wildkatzen, Giraffen,Erdmännchen, Erdhörnchen, Mangusten und viele wunderschöne bunte Vögel. Man kam gar nicht mit dem Schauen hinterher. Sogar der Leopard von gestern harrte noch auf seinem Baum aus.



Langsam aber sicher bewegte er sich nach einem Mittagschläfchen und stieg den Baum hiunter zu seinem frisch erlegten Springbock. Wahrscheinlich wird er ihn noch oben ihm Baum verstecken.





Langsam fing es auch an zu regnen und auf dem Weg ins Camp trafen wir auf viele Tiere, darunter die Teenager-Giraffenherde vom Vormittag. Ein Volltreffer war eine gelbe Schlange, die eilig vor uns über die Straße huschte und die wir als Kapkobra identifizieren konnten. So allmählich arbeiteten wir uns Pfütze für Pfütze Richtung Mata Mata Camp, als wir einen See entdeckten, der am Morgen noch nicht vorhanden war. Wir gesellten uns zu zwei fremden Autos, die bereits dort parkten und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Als nach ca. 15 Minuten nichts geschah, beschlossen wir weiterzufahren.



Im Camp war wieder Selbsversorgung angesagt und nach dem Abendessen traf man sich noch in gemütlicher Runde zum Sundowner und klönten über die Erlebnisse des Tages.


Sonntag, 24. Januar 2016 - Vom Mata Mata nach Kethmannshop

Auch heute standen wir rechtzeitig am Eingang, ließen uns die Permits geben und machten uns auf die Tour. Anfangs war gar nichts los. Keine Löwen, keine Giraffen, einfach nichts. Allmählich tauchten dann die ersten Springböcke auf, auch eine Giraffe stand einsam auf der Wiese. Erst beim Leopardenbaum wurde es spannend. Er stand in der Astgabel und knabberte an seinem Fang. Die Strecke wurde immer schlimmer und die Wasserlöcher größer und tiefer. Und dann geschah es: an einem besonders großen See wollte zwei Fahrzeugelenker außen herum und am Ende wieder auf die Straße zurück. Doch plötzlich gab es einen Ruck und wir steckten tief im Matsch! Jetzt waren wir die Attraktion für die vorbeifahrenden Parkbesucher geworden. Nun hieß es frei schaufeln und von den Kumpels herausziehen lassen. Das ist halt Afrika..!



Ein Gnu fand das Ganze äußerst spannend und betrachtete neugierig die Rettungsaktion. Wenigstens ließen sich nach dieser Panne zum Trost noch eine Herde Blessböcke, die bekannte Giraffenherde, ein Geier und kleine Erdhörnchen blicken. Am nächsten Picknick-point gab es eine schnelle Stärkung sowie einige frotzelnde Kommentare, dann mussten wir schon wieder weiter.





Wir fuhren sehr zügig, da hier im offenen Gelände wenig Tiere zu erwarten wären. Zu unserer Freude entdeckten wir aber zwei Sekretäre, sehr seltene Vögel. Das war’s dann aber auch schon, auf der restlichen Strecke gab es nur viel Sand und Büsche. Um 11 Uhr erreichten wir die Grenze zu Namibia und konnten nach Erledigung der üblichen Formalitäten eine gemütliche Mittagspause einlegen, bis die Nachzügler ankamen.

Nun mussten wir noch 35 km Schotterstraße bis zur nächsten Tankstelle hinter uns bringen. Versüßt wurde uns dies durch die Aussicht, dort eine Kaffeepause einzulegen. Leider wurde da dann doch nichts draus. Auf der Straße hatten wir in Richtung Keetmanshoop ein Schild gesehen mit der Aufschrift „Road closed“. An der Tankstelle erfuhren wir schließlich, dass die Strecke durch den starken Regen unpassierbar ist, wodurch wir einen größeren Umweg in Kauf nehmen mussten.





Ohne weitere Stopps sollten wir laut Zeitplan das Schützenhaus in Keetmanshoop um 19 Uhr erreichen. Lassen wir uns mal überraschen! Tatsächlich schafften wir es, obwohl uns auf der letzten Etappe noch eine Fahrschule ausbremste. Für die Mädels war dann Hektik angesagt, da es um 19.30 Uhr Essen geben sollte und wir uns noch kultivieren wollten. Die Jungs beschlossen, dass Duschen überbewertet sei und entschieden sich lieber für ein gemütliches Landebier. Das ausgezeichnete Mahl half uns, die staubigen Brüder zu ertragen und alle waren sehr zufrieden.

Montag, 25. Januar 2016 -  Köcherbaumwald und Giants Playground

Nach einem gemütlichen reichhaltigen Frühstück beobachteten wir fasziniert, wie in Afrika auf der Baustelle gearbeitet wird: meist ist nur einer in Aktion, aber 50 andere schauen ihm dabei zu. So kann man wenigstens Vollbeschäftigung vortäuschen. Zuerst steuerten wir dann eine Tankstelle an, um vollzu-tanken und bei den Autos Luft, Öl und Wasser zu checken. Anschließend suchten wir erneut einen Supermarkt auf, um die Vorräte aufzufüllen. Der Einkauf zog sich etwas in die Länge, da von 16 Kassen nur eine geöffnet war.  Über gewohnt staubige Pisten ratterten wir zu unserem ersten Ziel, dem Giants Playground. Hier liegen die Felsen herum, als hätten Riesen mit ihnen gespielt, daher auch der Name.



So eine Köcherpalme sieht aus wie eine Aloe auf dem Palmstamm. Sie wachsen zwischen den Steinen deshalb so gut, weil diese viel Wärme abgeben – im Schnitt konstant 38° C. Zwischen den Felsen huschten farbenfrohe Agamen und niedliche Dassies herum, die unseren Bisamratten ähneln. Nachdem alle genug Fotos gemacht hatten, kehrten wir zum Giants Playground zurück und begaben uns dort auf den Rundweg.





Nach diesen Besichtigung hatten wir uns eine Ruhepause verdient und in einem Steakhouse in Keetmanshoop wurde ein kleiner Snacks verzehrten. Nachdem sich alle gestärkt hatten, führte unsere Fahrt zum Fish River Canon. Auf dem Weg dahin wollte ein Team ein altes Hotel aufsuchen, das sie von früher kannten, während wir anderen direkt zum Canon fuhren. Unterwegs war dann aufs Neue eine Straße gesperrt, so dass wieder ein Umweg fällig war, der uns über einen nagelneuen Staudamm leitete. Die nachfolgende Straße führte nun mitten durch die Wüste, was man an den dichten Staubwolken der Vorausfahrenden gut merkte. Diese Gelegenheit wollten sich zwei unserer Fotografen nicht entgehen lassen. Sie stellten sich in Position und wir anderen donnerten daran vorbei. Wie beim echten Film musste die Szene natürlich noch mal wiederholt werden, damit wir einmal von vorne und einmal von hinten zu sehen waren.



Kurze Zeit später erhielten wir einen Anruf von von dem anderen Team, welche ebenfalls einen größeren Umweg in Kauf nehmen musste. Wir anderen erreichten bald darauf das Canon Roadhouse und waren hellauf begeistert. Im Garten standen lauter Oldtimer herum – leicht lädiert und verrostet, aber alles alte Automarken. Drinnen an der Bar hingen rundherum Nummernschilder aus aller Herren Länder. Unsere Zimmer waren sehr schön und groß. Nach dem Duschen und ein bis zwei Landebier ging es zum heiß ersehnten Abendessen. Mit Wildcarpaccio und Oryxsteak, dazu ein genialer Weißwein in gemütlicher Runde ließen wir den Abend ausklingen.






Dienstag, 26. Januar 2016 - Der gigantische Fishriver Canon

Bereits um 5.30 Uhr riss es einige durch ein Weckerklingeln aus dem Schlaf, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Andere nutzten indessen die Zeit, um im Pool eine Runde zu schwimmen. Fast pünktlich starteten wir nach dem ausgiebigen Frühstück um 7.45 Uhr. Kurz nach 8 Uhr standen wir am Eingang des Fishriver Canon, wo es leider keine Landkarten zum Mitnehmen gab. Dank der modernen Technik und Handykameras hatte schließlich jeder Fahrer einen Straßenplan. Bald erreichten wir den ersten Aussichtspunkt. Der Blick auf den Canon war sensationell. Im Angesicht dieser gigantischen Naturkräfte wird einem wieder bewusst, was für ein kleines Rädchen wir Menschen doch im großen Weltgetriebe sind. Die darauffolgende Passage glich einer Stoßdämpferteststrecke und man fühlte sich wie der Wackeldackel auf dem Armaturenbrett. An einem besonders schwierigen Streckenabschnitt sprang ganz plötzlich unser Radio an und wir hatten die volle Dröhnung mit AC/DC.



Heute hatten wir im Gegensatz zu den letzten Tagen weniger Tiere, dafür grandiose Landschaften, die einen nur ehrfürchtig staunen ließen. An manchen Plätzen kletterten wir ein wenig über die Felsen, genossen die Aussicht und suchten nach speziellen Steinen. Wir kehrten dann zu einem gemeinsamen Picknick ins Roadhouse zurück, da wir ja am Abend noch mal zum Sundowner hierher kommen wollten.



Gegen 18.15 Uhr brachen wir auf und mussten bei Ankunft am Aussichtspunkt feststellen, dass auch noch andere auf diese Idee gekommen waren. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis mit lieben Freunden und mit einem Gin-Tonic in der Hand einen wundervollen Sonnenuntergang über dem Canyon zu betrachten. Danach ging es, so schnell die Straße und die Sicht es erlaubten, zurück ins Roadhouse zum Abendessen.

Mittwoch, 27. Januar 2016 - Zum Ausläufer des Fishriver Canons bis nach Lüderitz

Schon vor dem Frühstück beluden wir die Autos, damit es nachher gleich losgehen konnte. Heute liegen ca. 600 km vor uns – die ersten 300 km wieder über staubige Pisten. Der erste Halt war die heiße Quelle von Ai Ais, die in einem schönen Camp mit einem einladenden Swimmingpool liegt, doch leider war zum Baden keine Zeit. In dieser Quelle kommt das Wasser 65 ° heiß aus dem Boden, da könnte man glatt kochen oder Wäsche waschen. Wir wanderten dann noch eine kleine Mauer entlang und stiegen ins teils trockene Flussbett, um noch ein Foto in den Fish River Canon zu schießen. Bei manchen endete dieser Trip mit einer Ladung Matsch in den Schuhen, aber sie kamen schneller heraus als vor ein paar Tagen die Autos, vor allem ohne Seilzug!



Weiter ging die Reise durch den Ai Ais Nationalpark bis zum Oranje River, der die natürliche Grenze zu Südafrika bildet. Sehr beeindruckend, diese unendliche Weite, nur im Hintergrund die Berge. Und wieder zeigte uns die Natur, welch großartiger Baumeister sie ist! So weit das Auge reicht, kein Haus, kein lebendes Wesen in Sicht. Man mag sich gar nicht ausmalen was geschieht, wenn man hier alleine unterwegs ist und eine Panne hat. Es ist eine willkommene Abwechslung, wenn nach kilometerlanger eintöniger Fahrt mal Gegenverkehr kommt.



Dann tauchte plötzlich vor uns das pflanzenumsäumte Band des Oranje River auf. Über eine in den Fels gesprengte Straße folgten wir seinem Lauf. Die Fahrt bot zeitweise wunderschöne Ausblicke, glich aber gelegentlich einer Null-Sicht-Achterbahnfahrt, wenn uns die Staubwolke des Vordermanns einhüllte.



Auf etwa der Hälfte der Strecke mussten wir aber einen Zwischenstopp einlegen, um ein bisschen Bewegung zu haben und die Müdigkeit aus den Körpern zu schütteln. In Aus suchten wir uns dann ein hübsches Restaurant mitten im Ort und ließen uns Kaffee und Kuchen schmecken, ehe wir die letzte Etappe für heute in Angriff nahmen.

Neben unserer Straße befand sich ein Sperrgebiet, das bis 100 km ins Landesinnere reicht und zum Teil dem Staat und teils der Diamantenfirma De Beers gehört. Beim letzten Stopp vor Lüderitz wehte eine steife Brise und man merkte, dass wir uns dem Atlantik nähern. Unterwegs passierten wir einen Flughafen, der eigentlich gebaut wurde, um Aufschwung in die Region zu bringen. Leider hat das nicht wie geplant funktioniert und heute wird er nur von ein paar Privatmaschinen genutzt. Kurz darauf fuhren wir über eine Kuppe und erblickten zum ersten Mal das Meer. Wir hatten nun Namibia einmal von Ost nach West durchquert! Kurz vor Rosh Pinah ging die Piste dann in Teerstraße über, so dass wir das Tempo wieder steigern konnten.




In Lüderitz steuerten wir unser Hotel an und waren echt begeistert. Es lag direkt am Atlantikufer und unser Zimmer hatte sogar einen Balkon zum Meer. Nach soviel Sand und staubigen Straßen war das eine willkommene Abwechslung.

Abends aßen wir im hoteleigenen Seafood-Restaurant. Unsere Erwartungen wurden durch die leckere Fischplatte nicht enttäuscht. Den passenden Wein dazu tranken wir mit Genuss, da am nächsten Tag erst um 8 Uhr das Frühstück angesetzt wurde.


Donnerstag, 28. Januar 2016 - und Umgebung

Heute ist die Geisterstadt Kolmanskoop unser Ziel. Sie wurde ca. 1908 von Diamantensuchern gegründet. Es gab hier sogar ein Krankenhaus, eine Schule, eine Bäckerei, eine Metzgerei und einen Einkaufsladen. Als 1930 der fast unglaubliche Reichtum der Diamanten-felder erschöpft war, wurde der Standort aufgegeben und die Familien verließen nach und nach die Stadt. Im Anschluss an eine inhaltsreiche Führung bekamen wir sogar noch eine musikalische Unterhaltung durch eine Schulklasse geboten. Das erste Lied schien die Nationalhymne gewesen zu sein. Das zweite Stück kannten wir: Ihr Kinderlein kommet – auf afrikaans. Manche Lieder sind halt international. Danach konnten wir uns frei bewegen und die alten Häuser besichtigen, aber nur bis zum Grenzzaun. Man sollte auch keine verdächtigen Bewegungen machen, da man ständig unter Beobachtung steht. Das Haus des Ladenbesitzers war am besten erhalten und war für die damalige Zeit wohl recht feudal. Immerzu wehte ein kräftiger Wind und wir wurden auf den freien Flächen tüchtig sandgestrahlt. Der feine Sand dringt auch überall in die zerfallenen Gebäude ein und allmählich erobert sich die Natur ihr Territorium zurück.





Zurück in Lüderitz genehmigten wir uns einen kleinen Snack bevor es auf die Halbinsel Halifax ging. Gleich zu Beginn erblickten wir eine Gruppe Flamingos, die in einer Bucht nach Futter suchten. Beim Diaz Point erwartete uns eine sportliche Herausforderung. Die Brücke war eingestürzt und wir erkundeten den Weg durch die Furt, was nicht ohne nasse Füße gelang. Oben angekommen, mussten wir uns gut festhalten, da uns der sturmartige Wind sonst heruntergefegt hätte.



Auf einem nahe gelegenen Felsen trotzten einige Robben den Wellen, die über sie hinwegrauschten. Bei der Weiterfahrt erkundeten wir ein paar Seitenwege, die für die Jungs der perfekte Spielplatz zum Austoben waren. Sie hatten soviel Spaß, dass sie eine Runde gleich mehrmals drehten.



Als wir am südlichsten Punkt, der großen Bucht ankamen, wusste unsere Geologin wieder Lehrreiches über die Entstehung des Gesteins Anataxit zu berichten. Vor ca. 2 Millionen Jahren gehörte dieser Teil noch gar nicht zu Afrika. Es handelt sich hierbei nämlich um Ablagerungen im Meer, die etwa 20 km in die Tiefe gezogen wurden, dort durch Hitze und Druck verfestigt und später wieder an die Erdoberfläche gehoben wurden. Der Rückweg führte uns über die Bucht „kleiner Bogen“. Hier formten große Steine einen Bogen und es sieht fantastisch aus, wenn das Wasser dort durchschießt. Da gerade Flut war, kamen die Brecher nur so hereingerauscht.



Meterhohe Wellen ergossen sich über die Felsen -  einfach atemberaubend. Der Heimweg wurde ziemlich flott absolviert, da wir um 18.30 Uhr einen Tisch fürs Abendessen im Barrels Pub reserviert hatten und die Jungs sich aufs Landebier freuten, während wir Mädels auf die Dusche nicht verzichten wollten. Pünktlich machten wir uns auf den Fußmarsch in die urige Kneipe. Es gab ein Buffet mit reicher Auswahl und für jeden war etwas dabei.


Freitag, 29. Januar 2016 - Die Küste vom Katamaran aus

Damit bei uns nicht etwa ein Urlaubsfeeling aufkommt, mussten wir heute wieder um 7 Uhr frühstücken, da um 8 Uhr unsere Tour mit dem Katamaran starten sollte. Erwartungsvoll stachen wir in See. Durch meterhohe Wogen kämpften wir uns am Diaz Point vorbei bis zur Pinguin-Insel. Es machte einen Heidenspaß, über die Wellenkämme zu reiten. Auch die Robben lagen wieder auf ihrem Felsen und gelegentlich tauchte sogar ein Kopf aus den Fluten auf. An der Insel erklärte uns der Skipper, dass mittlerweile wieder ca. 550 Tiere hier leben und sich die Kolonie langsam erholt. Nachdem eine Gesellschaft dort nämlich den ganzen Guano abgebaut hatte, entzogen sie damit den Pinguinen den Lebensraum, so dass sie irgendwann verschwanden.






Auf dem Rückweg hofften wir vergeblich, Wale oder Delfine zu entdecken, aber trotzdem war es ein besonderes Erlebnis. In Lüderitz füllten wir wieder unsere Vorräte auf und trafen uns anschließend mit den anderen in einem wunderschönen Garten bei Kaffee und Kuchen. Der war zwar lecker aber so mächtig, dass wir danach gut einen Underberg vertragen hätten.





Nach einem Ruhestündchen am Pool begaben wir um 14 Uhr zum Agate Beach. Am Strand wateten wir barfuß durch die ankommenden Wellen, damit wir wenigstens mal im Atlantik waren. Ein paar aus der Gruppe stürzten sich wenig später in Unterwäsche sogar ganz hinein. An der Küste lagen tausende von Muscheln und wunderschöne Steine, die Wahl fiel einem schwer. Für den Abend hatten wir in einem empfohlenen Restaurant für uns einen Tisch bestellt. Bei Ankunft mussten wir aber feststellen, dass nichts vorbereitet war. Da wir keine Lust hatten, selbst Tische und Stühle zu schleppen, fuhren wir hinunter in die Stadt in das Fischrestaurant im Hafen. Gerade noch ergatterten wir den letzten freien Tisch.


Samstag, 30 Januar 2016 - von Lüderitz nach

Heute hat ein Teammitglied Geburtstag. Alle hatten ihr schon gratuliert, als während des Frühstücks ein paar vom Personal mit kerzenverziertem Kuchen kamen, die „Happy Birthday“ sangen und dazu trommelten. Auch war der Tisch mit Rosen und Blütenblättern schön geschmückt. Das war mal eine tolle Überraschung!



Bereits 5 Minuten vor der Sollzeit begaben wir uns auf die Fahrt nach Aus. Unterwegs sollten wir eigentlich Herden von Wildpferden begegnen, aber bis auf drei einzelne am Straßenrand und einige wenige in weiter Entfernung wurden unsere Erwartungen leider enttäuscht. Nachdem wir Richtung Helmeringhaus auf die C 27 abgebogen waren, meinten wir in der Ferne doch noch eine Herde zu erspähen, doch die entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Kühe. Bald danach fuhren wir auf die D 707, das bedeutete, dass zwar die Straße noch schlechter wurde, dafür aber die Landschaft total einzigartig war. Rote Dünen wechselten mit schroffen Felsen.







Ab und an entdeckten wir Strauße, Springböcke oder Oryxe. Zu unserem Leidwesen fanden wir etliche von ihnen tot am Straßenrand. Sie waren wohl aufgrund von Wassermangel zu entkräftet, um den Zaun zu überwinden, der im Normalfall für sie kein Hindernis darstellt.



Obwohl der Himmel inzwischen bewölkt war, hatte sich der Glutofen darunter noch kein bisschen abgekühlt. Als es dann zu regnen begann, freuten wir uns schon, dass es nicht mehr so staubt, aber nach ein paar Tropfen war es mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei.



Nach einer schnellen Brotzeit in Betta an der Tankstelle nahmen wir die letzten 150 km nach Sesriem, in Angriff. Kurz nach dem Aufbruch entdeckte Adlerauge Wolfgang neben der Straßenbegrenzung einen Erdwolf, den von uns vorher noch niemand gesehne hatte.






Wenig später durchquerten wir ein Stück des Namib Rand Nationalparks, da war es mit den Tieren wie abgeschnitten. Ständig warnten Schilder vor Zebras oder Giraffen, nur blicken ließ sich keines. Dafür erhielten wir dann doch noch eine Gratis-Wagenwäsche, als es richtig heftig zu schütten begann. Die Natur freute sich auch über das dringend benötigte Nass. Nun war es aber nicht mehr weit bis zu unserer Lodge, dem Desert Camp. Bei der Ankunft schauten wir recht sparsam drein, denn nach dem vornehmen Lüderitz Nest Hotel sah es hier doch etwas einfach aus. Als Abendessen und Frühstück in der Lodge geregelt war, saßen wir fröhlich zusammen an der Poolbar und stießen auf das Geburtstagskind an und kühlten uns im Poll ab. Ein herrlicher Regenbogen rundete den Blick in Landschaft ab.






Wir genossen ein super Abendbuffet mit Salaten, frisch gegrilltem Fleisch und vielerlei Nachtisch.


Sonntag, 31. Januar 2016 - Hinein in die Wüste

Bereits morgens um 5 Uhr schrillte der Wecker! Aufuf dem Weg nach Sossus Vlei stärkten wir uns vorher in der Lodge mit einer Tasse Kaffee und holten unsere Lunchpakete ab. Als wir dann am Einlass warteten, standen vor uns schon zwei andere Autos, aber erst um 6.15 Uhr wurde das Tor geöffnet. Unsere Autonummern wurden notiert und wir durften passieren. Die erste Stunde verlief sehr relaxed. Die Straße war geteert und wir konnten den wunderbaren Sonnenaufgang in voller Pracht genießen. Aber bald darauf ging die Plagerei wieder los, das heißt für die Jungs war‘s ja Spaß. Über sandige Pads kämpften wir uns bis zum Picknickplatz vor.




Während des Frühstücks entdeckte Wolfgang eine hübsche Eule in den Zweigen über uns, die sich aber nicht weiter stören ließ. Frisch gestärkt, machten wir uns auf, die Düne zu erklimmen und waren heilfroh, dass der Himmel bedeckt war, da wir sonst noch mehr ins Schwitzen gekommen wären.





Nach einer kurzen, immens wichtigen Trinkpause ging es sofort weiter zum Dead Vlei. Dahin mussten wir nicht mehr so weit laufen, was auch gut war, denn inzwischen brannte der Planet gnadenlos vom blauen Himmel. Die Szenerie erinnerte an einen Western – ein ausgetrockneter See mit lauter abgestorbenen Bäumen.



Auf dem Heimweg hatten wir dann noch richtig Action, mehr als uns lieb war. Wagen 2 versackte im Sand und als Wagen 4 außen herum vorbei wollten, hingen die Beiden auch fest. Aber mit vereinten Kräften kamen alle wieder frei. Wieder zurück, erledigten wir ein paar Einkäufe bevor wir um 16.30 Uhr in den Sesriem Canon aufbrachen. Die Fahrt dorthin dauerte nicht lange und alle kamen mit. Es stiegen aber nur ein paar von uns in den Canon hinunter.




 

image

Thomas & Heike Reichert

"Afrikaverrückt" könnte man es nennen - seit über 30 Jahren auf unzähligen Touren in Afrika.
image

Reisen Sie mit nach Afrika!

Unsere Reiseangebote 2018 Mehr Info!
image

Garni Hotel Bären in Loßburg

50 Meter vom Bushcamp entfernt. Mehr Info!
  • 1

Afrika-Feeling

Fantastische Kulisse, überwältigende Eindrücke und sensationelles Afrika -Feeling erleben Sie im Indoor Bushcamp Lossburg. Genießen Sie einen Sundowner auf der Ladeklappe des Pickups während die Sonne am Firmament verschwindet.

Spätestens bei afrikanischem Tomatenbreadie, Butternut, Squash, und Mieli vergessen Sie, dass Sie im Schwarzwald sind.

Interesse? dann rufen Sie uns an: Telefon 07446-1352